Oktober 2026 - Meine und andere Tumore...

Ich war vor kurzem  im MRT und das Ergebnis zeigt alle meine Tumore unverändert.

Inzwischen gehe ich zur Kontrolle nach Hamburg. Die große Radiologischen Allianz Hamburg (26 Standorte) betreibt an einem Standort ein Zentrum für Neuroradiologie, dort ist auch das iCERA, das Gamma-Knife Behandlungen durchführt, eine Neurochirurgische Methode, sehr elegant und bei mir zwei Mal erfolgreich. Ziemlich viel Technik und auch viele Menschen, die dort arbeiten. Aber wie das rechtliche/wirtschaftliche Konstrukt der GmbHs und MVZs aussieht, kann ich nicht durchschauen, habe aber die Hoffnung, dass es allen Beschäftigte in ihren Jobs gut geht.

Das MRT wird in guter Auflösung durchgeführt. Ein Radiologe schreibt einen Bericht und legt ihn in meiner elektronischen Patientenakte ab. Die Bilder landen in der IT des Hauses, auf Wunsch kann man eine CD mitnehmen. Der Neurochirurg, der nun seit Monaten die Leitung des iCERA übernommen hat, hat die MRT-Bilder in die Planungssoftware der vergangenen Bestrahlung eingebaut und ausgewertet und mir hat er Ausdrucke gemacht. Es wurde sichtbar, dass außerhalb der bestrahlten Bereiche keine Tumorzellen zu sehen sind, diese Methode fand ich sehr anschaulich und überzeugend – aus meiner Sicht fachlich gute Arbeit, die ich sehr schätzen kann. Ich schaute mir die Daten dann zu meiner Beruhigung zuhause noch mal an und sehe auch keine Änderung. Damit ist dann erst mal Ruhe bis Januar. Der Aufwand der Kontrolle ist etwas kleiner geworden, nur noch ein Bericht, keine komplizierte Datenübertragung von der IT des Radiologen zum Server der Krankenhauses mit der Neurochirurgie,  und meine Hausärztin hat auch nur eine Überweisung geschrieben (bisher waren zwei Formulare nötig, damit alle Disziplinen bezahlt werden).

Ansonsten fühle ich mich weiterhin prima. Weiterhin radle ich gelegentlich ins Kino, lasse mich unterhalte und radle zurück. Auffällig finde ich, dass dauernd Hirntumore in den Filmen, die ich sehe, vorkommen. Manchmal nur am Rand, dann fällt es den meisten wohl nicht auf. Aber manchmal auch ganz zentral und irgendwann passen auch das gezeigte MRT und das Pflaster nach der Biopsie nicht zusammen wie im Film „Sommer auf Asphalt “. Meine Operationsnarbe ist links und die Unregelmäßigkeit im Kopf zeigt sich bei meinen MRTs immer auf der rechten Bildschirmseite. Die Neurochirurgen sagen, man schaue von unten auf die Schicht im Kopf. Vielleicht haben Mediziner und Kulturschaffende unterschiedliche Sichten auf die Welt. Alles relativ, es gibt Sprachen in denen es keine Worte für rechts und links gibt. Und auch die Natur ist ja nicht so ganz symmetrisch. Für Forschungen dazu hat es in diesen Jahr einen Nobelpreis gegeben. Dieser und auch die anderen Nobelpreise haben mir in diesem Jahr gefallen, geben mir das Gefühl, dass Wissenschaft weiter auf guten Wegen ist. Neutrinos, Nervenzellen und Menschenrechte sind wichtige Themen und lohnen den Aufwand, dass sich Menschen damit beschäftigen. Anne Carson, die den Literaturpreis bekommen hat, kenne ich nicht. Wenn die Stadtbibliothek was angeschafft hat, lese ich es mal… Leider ist es gerade anstrengend das positive in der Welt zu finden. Aber ich gebe mir Mühe und bin nicht ohne Erfolge. Zumindest meine kleine Alltagswelt ist zumeist erfreulich - was man an diesem Text sehen kann.

Margret

 

(Stand 11.10.2026)

Über diesen Blog:

Nun hat schon das 10. Jahr im zweiten Leben begonnen.

Dies ist nur eine kleine Zusammfassung meiner Meningenom-Geschichte (Tumore im Kopf die von den Hirnhäuten ausgehen und deshalb keine Hirntumore sind - oder vielleicht doch? Ansichtssache!).
Die Langfassung kann man hier (bis 2023) und (hier ab 2024 bis Ende 2025)  finden. Neue Beiträge ab 2026 schreibe ich mal hier auf.

    • Begonnen hat es im Jahr 2017 mit ein paar Ausfällen, wie Sturz vom Fahrrad und von Treppen. Das Finden der Usache hat eine Weile gedauert. Schon ziemlich erschreckend als sich da ein riesiges Ding im Kopf befand, was da nicht sein sollte. Aber es konnte erfolgreich operiert werden und auch die Reha hat prima geklappt.
    • Dann gab es Jahre mit regelmäßigen Kontrollen, ohne Beanstandungen.
    • In 2021 wurde ein Rezidiv gefunden und erfolgreich im Gamma-Knife bestrahlt.
    • Und Ende 2024 war eine neue OP notwendig, in der vier Rezidive entfernt wurden. Vier weitere wurden Anfang 2025 im Gamma-Knife erfolgreich bestrahlt.
    • Gerade ist keine Behandlungsbedarf.
    • Es wurden ca. 30 Arztbriefe geschrieben - unglaublich. So viel Aufwand. Ohne Kommunikation geht es auch nicht, da wäre vielleicht Platz für eine hilfreiche KI?

Ich bin ziemlich verblüfft wie gut alles gelaufen ist und wie prima es mir geht. Nur Auto fahren mag ich nicht mehr, nicht gut für mich und auch nicht für die Welt. Zum Schwimmbad radele ich 20 km, schwimme 2000m mit den Studenten/Studentinnen auf der Sportbahn und komme zufrieden zuhause wieder an.

Weiterhin finde ich dass ich ein Beispiel für eine gute medizinische Versorgung in diesem Land bin. Dafür bin ich dankbar allen die mir geholfen haben!

Noch bleibt mir ein Stück Lebenszeit - ChatGPT sagt bei meiner Diagnose (Tumor WHO III) 5 Jahre, ein mich beratender Neurochirurg hatte Gründe, warum es 20 Jahre sein könnten.

PS:
Diese Web-Seite muss mal aufgeräumt werden - ich habe damit etwas begonnen.

(Stand 04.05.2026)